In Kleinmachnow, südwestlich von Berlin, ist es zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung wurde die Villa der Familie Abou-Chaker durchsucht. Das wurde WELT aus Sicherheitskreisen bestätigt. Demnach geht es um sieben Objekte in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Berlin. Hintergrund sind Ermittlungen wegen Geldwäsche und Verschleierung von Vermögenswerten. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) laut „Bild“ (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/berlin/razzia-polizei-durchsucht-villa-von-abou-chaker-in-kleinmachnow-69a024fc2ec70d30f18fe333) mitteilt, richtet sich das Verfahren gegen drei Deutsche im Alter von 24, 25 und 40 Jahren. Konkret soll es um den Kauf des Anwesens in Kleinmachnow gehen. 2022 wechselte das Villenensemble durch eine Zwangsversteigerung für 7,4 Millionen Euro den Besitzer. Der sogenannte Verkehrswert, den das Gericht benannt hatte, lag bei mehr als 14,8 Millionen. Zuvor gehörten die Immobilien den beiden damaligen Geschäftspartner Bushido und Arafat Abou-Chaker. Um die Eigentümergesellschaft aufzuheben, beantragte Bushido die Zwangsversteigerung. Den Zuschlag bekam Ahmed Abou-Chaker, der 21 Jahre alte Sohn von Arafat Abou-Chaker. Für den Sprecher der Polizeigewerkschaft, Bejamin Jendro, ist die Razzia „ein wichtiges Zeichen des Rechtsstaates“. In den letzten Jahren seien Protagonisten aus der Abou-Chaker-Familie immer wieder durch Straftaten aufgefallen. „Wenn man die Hydra der Organisierten Kriminalität wirklich nachhaltig bekämpfen möchte, muss man sie da treffen, wo es ihr am meisten wehtut, beim Geld. Umso wichtiger ist es, Finanzströme offenzulegen und zu verhindern, dass weiter inkriminiertes Vermögen aus Drogenhandel, Prostitution oder Schutzgelderpressung in den legalen Kreislauf gespült wird.“ Bis Anfang 2018 waren Bushido und Arafat Abou-Chaker lange Jahre eine erfolgreiches Gespann in der Musikbranche. Weitere Verfahren zwischen den beiden unter anderem wegen gemeinsamer Immobiliengeschäfte beschäftigten zuletzt auch Gerichte in Brandenburg. Erst vor wenigen Wochen endete ein jahrelanger Rechtsstreit (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6970c53d568b91954b0ea0ad/bushido-rapper-gewinnt-streit-gegen-ex-manager-und-kassiert-zahlung-in-millionenhoehe.html) : Bushidos Ex-Geschäftspartner muss dem Rapper nun Einnahmen in Millionenhöhe zahlen. Das Kammergericht Berlin hatte eine Berufung von Arafat Abou-Chaker gegen ein Urteil des Landgerichts Berlin vom September 2023 zurückgewiesen und damit dessen Entscheidung bestätigt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Nach dem Urteil muss der 49-Jährige knapp 1,8 Millionen Euro plus Zinsen an Bushido zahlen. Hintergrund ist, dass es aus Sicht des Gerichts keinen Managementvertrag zwischen den beiden gegeben hat. Der Rapper hätte deshalb seinem damaligen Geschäftspartner, der als Berliner Clan-Chef gilt, die Summe nicht zahlen müssen.